Wofür zahlen die Palästinenser heute den Preis?

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In wenigen Sätzen das Leid der Palästinenser erklärt:

Wer nicht will, der hat schon.

Oder noch deutlicher: Wer den Hals nicht voll genug kriegt, der geht am Ende leer aus.

Wofür zahlen die Palästinenser heute den Preis?

Viele Menschen in Deutschland hören ständig vom Leid der Palästinenser. Wesentlich seltener wird darüber gesprochen, wie die heutige Situation überhaupt entstanden ist.

1922 wurde das britische Mandatsgebiet Palästina faktisch geteilt. Auf rund 77 Prozent des Mandatsgebiets entstand Transjordanien, das spätere Königreich Jordanien.

1947 verabschiedeten die Vereinten Nationen den Teilungsplan für das verbleibende Gebiet westlich des Jordans. Vorgesehen waren zwei Staaten: ein jüdischer und ein arabischer.

Die jüdische Seite akzeptierte den Plan.

Die arabischen Führer lehnten ihn ab und eröffneten stattdessen einen Krieg gegen den neu gegründeten Staat Israel.

Nach dem Waffenstillstand von 1949 existierte kein arabisch-palästinensischer Staat. Das Westjordanland wurde von Jordanien besetzt und annektiert, der Gazastreifen von Ägypten kontrolliert. Niemand gründete dort einen unabhängigen Palästinenserstaat.

1964 entstand die PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation). Ihr Ziel war nicht die Befreiung von Gebieten unter jordanischer oder ägyptischer Kontrolle, sondern die „Befreiung“ Israels.

1967 folgte der nächste Krieg. Die arabischen Staaten verloren erneut. Israel gewann Gebiete hinzu, die zuvor von Jordanien und Ägypten kontrolliert worden waren.

1973 wurde ein weiterer Versuch unternommen, Israel militärisch zu besiegen. Auch dieser scheiterte.

Seit Jahrzehnten wird der Welt vermittelt, man sei nun endlich bereit für Frieden. Doch die Geschichte erzählt ein komplizierteres Bild.

1993 begann der Oslo-Friedensprozess. Israel erkannte die PLO an. Gleichzeitig erschütterten zahlreiche Selbstmordanschläge Busse, Cafés, Restaurants und Einkaufszentren in Israel.

Im Jahr 2000 legte Israels Premierminister Ehud Barak Yassir Arafat nach Angaben des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton ein weitreichendes Angebot vor, das einen palästinensischen Staat auf nahezu dem gesamten Westjordanland und Gaza vorsah. Arafat lehnte ab.

Es folgte die Zweite Intifada. Über 1.000 Israelis wurden bei Terroranschlägen ermordet.

2005 zog sich Israel vollständig aus dem Gazastreifen zurück. Jeder israelische Soldat und jeder israelische Siedler verließ das Gebiet. Die Hoffnung war, dass Gaza zu einem friedlichen Nachbarn werden könnte.

Die weitere Entwicklung ist bekannt: Hamas übernahm die Kontrolle, tausende Raketen wurden auf israelische Städte abgefeuert, und am 7. Oktober 2023 erlebte Israel das schlimmste Massaker an Juden seit dem Holocaust.

2008 unterbreitete Premierminister Ehud Olmert Mahmud Abbas erneut ein weitreichendes Friedensangebot. Auch dieses wurde nicht angenommen.

Deshalb stellen viele Israelis eine einfache Frage:

Wie oft soll Israel noch einen eigenen Staat, eigenes Territorium und Sicherheitsrisiken anbieten, wenn jede Ablehnung am Ende zu neuer Gewalt führt?

Ein weiterer Punkt wird in Europa oft übersehen:

Rund zwei Millionen arabische Bürger leben heute in Israel. Sie besitzen das Wahlrecht, sitzen im Parlament, arbeiten als Ärzte, Richter, Unternehmer, Professoren und Offiziere.

Auch Drusen und Tscherkessen sind fester Bestandteil der israelischen Gesellschaft und dienen teilweise sogar in der Armee.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur, was Israel tun sollte.

Sondern auch:

Welche Verantwortung tragen die palästinensischen Führungen für die Entscheidungen der letzten hundert Jahre – und deren Folgen für ihr eigenes Volk?


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